Europa-Jugendtag 2009

Neuapostolische Kirche - 21. bis 24. Mai 2009 in Düsseldorf

Bericht vom 28.10.2009

Regenbogen-NAK zieht positives Fazit

Beim 27. internationalen Treffen der Regenbogen-NAK vom 23. bis 25. Oktober 2009 hielten die Teilnehmer Rückschau auf den Europa-Jugendtag. In Saarbrücken feierten die schwulen, lesbischen, bisexuellen und transsexuellen neuapostolischen Christen das zehnjährige Bestehen der Organisation. Außerdem wurde die Auswertung der Umfrage vom Europa-Jugendtag vorgestellt: Fast 1.600 Teilnehmer hatten sich die Zeit genommen, am Stand der Regenbogen-NAK in Halle 6 den Fragebogen auszufüllen.

Ein besonderer Gast des Treffens in Saarbrücken (Gebietskirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland) war der zuständige Bezirksapostel Bernd Koberstein. Er begrüßte die etwa 70 Teilnehmer in der Kirche Saarbrücken-Mitte und machte Ihnen Mut, sich weiter für die Belange der Homo- Bi und Transsexuellen in der Neuapostolischen Kirche einzusetzen.

Hohe Bedeutung der Seelsorge

In seiner Ansprache betonte er insbesondere die Thematik der Seelsorge und sagte: „Als Seelsorger müssen wir unsere Aufgabe wahrnehmen – auch unabhängig von kulturellen Gegebenheiten.“ Dabei bestehe ein hoher Seelsorgebedarf: Nicht wegen der sexuellen Orientierung, sondern auf Grund der Situation, in der die Betroffenen in Kirche und Gesellschaft sind. „Macht so weiter, dann werdet ihr schon sehen, was ihr davon habt“, schmunzelte Bezirksapostel Koberstein, bevor er sich mit den „Regenbögen“ zum Gruppenfoto aufstellte.

Die Verantwortlichen der Regenbogen-NAK werten ihre Teilnahme am Europa-Jugendtag als vollen Erfolg. Im Frühjahr 2007 hatte der Planungsstab entschieden, dass die Gruppe einen Stand in Halle 6 der Messe Düsseldorf gestalten kann. Dort präsentierten sich außerdem die neuapostolischen Gebietskirchen, der Bischoff-Verlag, die Menschen mit Behinderung und die sozialen Organisationen. „Für uns war von Anfang an klar: Wir müssen dabei sein“, erinnert sich Arne Stauch, der zum Zeitpunkt des Jugendtags Sprecher der Regenbogen-NAK war, im Rückblick.

Stand für Europa-Jugendtag geplant

In der Folge startete ein Team aus dem Kreis der Regenbogen-NAK mit den Vorbereitungen. Ein Bühnenbauer aus Berlin plante den Stand – den Bau übernahmen Messebaufirmen. Insgesamt 16 jugendliche und jugendnahe Mitglieder meldeten sich als Standbesatzung.

Im Rückblick bewertet André Weiß, einer der beiden Sprecher der Schwulen in der Regenbogen-NAK, die Teilnahme am Europa-Jugendtag als unglaublich: „Die große Resonanz hat uns überrascht“, berichtet der 26-Jährige. Vor allem erinnert er sich gerne an die vielen motivierenden Gespräche. „Viele haben uns gesagt: Macht weiter so, ihr seid auf dem richtigen Weg“, sagt er.

Informationsmaterial

Der Stand der Regenbogen-NAK war praktisch von Beginn an überlaufen: Hier boten Mitglieder der Initiative Gespräche an, beantworteten Fragen und gaben Informationsmaterial aus, beispielsweise von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie eigene Broschüren zum Thema Homosexualität und Transsexualität.

Vor allem Eltern und Seelsorger suchten die Gespräche mit der Standbesatzung. Unter den Besuchern waren auch Stammapostel Wilhelm Leber sowie viele der Bezirksapostel, Apostel und Bischöfe.

Ergebnisse der Umfrage

An den Tischen konnten die Standbesucher Fragebögen ausfüllen und so an einer Umfrage teilnehmen. Die Ergebnisse wurden auf dem Treffen in Saarbrücken vorgestellt: 1587 Besucher des Europa-Jugendtags beteiligten sich an der Umfrage, davon waren 74 Prozent im jugendlichen Alter. 87 Prozent der Teilnehmer bezeichneten sich selbst als heterosexuell, sechs als homosexuell und 5 Prozent als bisexuell.

Die Regenbogen-NAK war vor dem Europa-Jugendtag nur bei der Hälfte der Teilnehmer bekannt (56 Prozent). Auch deshalb wertet die Regenbogen-NAK die Teilnahme als Erfolg: „Wir sind als Teil der Kirche und Teil der Gemeinden wahrgenommen worden“, so Arne Stauch. Interessanterweise kannten allerdings 90 Prozent der Amtsträger die Regenbogen-NAK schon zuvor. Von den Homo-, Bi- und Transsexuellen kannten 67 Prozent die Organisation.

Nur wenige haben Vorbehalte

Viele Teilnehmer der Umfrage (84 Prozent) kennen außerdem Menschen in ihrem Umfeld mit homo-, bi- oder transsexueller Orientierung – innerhalb der Kirche liegt dieser Wert bei 52 Prozent (unter den Amtsträgern: 74 Prozent). 83 Prozent bezeichnen ihre Einstellung Lesben, Schwulen und Transsexuellen gegenüber als positiv, 9 Prozent haben Vorbehalte.

Eine interessante Erkenntnis aus der Umfrage aus Sicht der Regenbogen-NAK: 82 Prozent der Befragten hätten keine Probleme mit einem homosexuellen Amtsträger in ihrer Gemeinde. 66 Prozent hätten außerdem kein Problem mit Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare, zehn Prozent finden so etwas nicht gut (Amtsträger: 24 Prozent).

Weitere Treffen geplant

In der Zukunft will die Regenbogen-NAK weitere Projekte angehen. So ist geplant, einen Schwerpunkt auf Angebote für Jugendliche zu setzen. Die nächsten Treffen der Gruppe sind für März 2010 in Kapstadt und Juni 2010 in Bochum geplant.

Weitere Informationen über die Regenbogen-NAK und detaillierte Ergebnisse der Umfrage:
www.nak-regenbogen.org.

Links
Ergebnisse der Umfrage am Europa-Jugendtag

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Regenbogen-NAK zieht positives Fazit

Text: Frank Schuldt
Fotos: EJT-Redaktion
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