Europa-Jugendtag 2009

Neuapostolische Kirche - 21. bis 24. Mai 2009 in Düsseldorf

Bericht vom 05.11.2009

Ein EJT-Tuch geht auf Reisen

Ich gebe es gerne zu: Als ich zum ersten Mal in den EJT-Rucksack schaute, musste ich beim Anblick des Halstuches schon ein bisschen schmunzeln. "Wofür braucht man denn sowas?" war mein erster Gedanke. Die Trinkflasche und das T-Shirt fand ich ja noch durchaus praktisch und hübsch, aber ein Halstuch? Nun ja, als meine Frau Daniela und ich am Sonntagabend die letzten Sachen für unsere am nächsten Tag beginnende USA-Reise einpackten, hatten wir plötzlich wieder die Halstücher in den Händen und stopften sie in die letzten freien Ritzen unserer Koffer.

"Man kann ja nie wissen und viel Platz nehmen sie auch nicht weg." dachten wir. Während des Fluges kam mir dann die Idee zu "Ein EJT-Tuch geht auf Reisen." Gesagt, getan. Wo immer sich die Gelegenheit für ein schönes Foto bot, war entweder Daniela oder ich zur Stelle, um den bunt gefärbten Baumwolllappen vor die Linse zu halten. Natürlich immer so, dass man das eigentliche Motiv zumindest noch halbwegs erkennen konnte. Aber nicht nur das. Bei teilweise 35 °C entpuppte sich das Tuch zudem als nützlicher Schweißfänger, als Wiedererkennungszeichen und einmal sogar als Retter in der Not. Und das kam so:

Wiedererkennungszeichen

Nachdem wir an einem Mittwoch San Francisco erkundet und die Golden Gate Bridge bewundert hatten, wollten wir nachmittags mit dem Cable Car wieder in unser Hotel fahren und uns für den Gottesdienst fertig machen. Dummerweise kam dieses Cable Car aber einfach nicht und die Zeit wurde immer knapper. Wie schwangen uns dann irgendwann in ein Taxi, ließen uns zum Hotel kutschieren, setzten uns so wie wir waren in unser Auto und düsten zur Kirche. Gerade noch rechtzeitig kamen wir dort an, entschuldigten uns für die eher unpassende Kleidung und nahmen Platz.

Nach dem wirklich tollen Gottesdienst war die Überraschung groß. Die Frau des Vorstehers deutete auf mein Halstuch und erklärte voller Begeisterung, sie seien ebenfalls beim EJT und der nachfolgenden Köln-Erkundungstour gewesen (das saßen wir schon im Flugzeug). Wir wurden daraufhin spontan zum Essen im Ämterzimmer eingeladen und erlebten einen sensationellen Abend im Kreis der Geschwister. Dabei war der EJT natürlich das bestimmende Thema.

Retter in der Not

Beim Abstieg vom Delicate Arch im Arches National Park (davon gibt es natürlich auch ein Foto) knickte Daniela so unglücklich mit dem Fuß um, dass an ein Weiterlaufen kaum noch zu denken war. Auf einem Bein hüpfend klammerte sie sich an meinen Arm, und wir versuchten irgendwie wieder zum Auto zu kommen. Da kamen uns drei Chinesinnen entgegen. Die älteste von ihnen hielt plötzlich an, redete völlig unverständlich auf uns ein und deutete immer wieder auf Danielas Fuß. Dann nahm sie ihren Rucksack vom Rücken, holte ein Päckchen mit Zauberpflastern aus einer Tasche und klebte diese auf den verletzten Knöchel.

Ich habe bis heute keine Ahnung, was für ein Wundermittelchen das war, aber Daniela konnte tatsächlich wieder recht ordentlich laufen. Wir bedankten uns ganz herzlich und kamen letztendlich glücklich in unserem Hotel an. Nun kam das Halstuch zum Einsatz. Um den Knöchel nicht auf Mopsgröße anschwellen zu lassen, packte sie ein Kühlpad auf die schmerzende Stelle und fixierte dieses mit dem - richtig geraten - Tuch. So ging das dann die nächsten Tage bis alles wieder im Lot war.

Ehrenplatz im Kleiderschrank

Die Halstücher haben inzwischen natürlich einen Ehrenplatz in unserem Kleiderschrank eingenommen und werden nun sogar dann und wann zu Hause getragen. Ich hoffe, dass euch die Fotos gefallen. Sollte jemand Interesse an den anderen Bildern von einer wirklich sehr beeindruckenden Reise haben, kann sie/er sich gerne bei mir melden.

Galerien
Ein EJT-Tuch geht auf Reisen

Text: Carsten Gruß
Fotos: Privat